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Briefe Schüler:innen

Ich bin müde

Ich bin müde. Das sage ich jeden Tag, aber niemand versteht, was ich damit meine. Es liegt nicht daran, weil ich zu wenig schlafe, denn ich könnte 15 Stunden am Tag schlafen und es würde sich nichts ändern. Ich bin müde vom Leben. Bin erschöpft, kraftlos und meine Motivation vermisse ich auch schon seit langer Zeit. Ich denke, dass ich zu selten auf meinen Körper gehört habe. Ich habe ihm zu viel zugemutet. Habe weiter gemacht, obwohl mein Körpernach einer Pause geschrien hat. Ich musste viel mit mir kämpfen und muss es immer noch. Ich habe zudem noch Lasten anderer genommen. Irgendwann sagt der Körper einfach nein. Ich verliere die Lust an Sachen, die ich frühergeliebt habe. Ich komme nach Hause und könnte stundenlang auf eine Wandstarren. Dann stürmen die Gedanken in meinem Kopf. Was mache ich falsch? Werden sie aufhören mich zu lieben? Warum muss ich immer alles versauen? Warum tue ich sowas? Habe ich zu viel gesagt? Wann darf ICH wieder glücklich sein? Ich möchte, dass jemand mir in die Augen schaut und erkennt was für einen Schmerz ich spüre. Ich wünschte, dass mich jemand richtig umarmt. Mit Emotionen. Einfach nur eine Umarmung. Nur eine lange, warme. EineUmarmung wo die Person mich in ihrer Schulter weinen lässt. solange ich möchte. Eine Umarmung, wo es sich anfühlt als würde die ganze Welt verschwinden und nichts anderes mehr existiert. Eine Umarmung die all meine Probleme löst. Eine Umarmung die mich wieder besser fühlen lässt. Nur eine

Umarmung. Ich brauche eine Umarmung. Ich wünschte ich wäre von jemand die erste Wahl, dass sich jemand richtig um mich kümmert. Ich hoffe, dass ichje mal mit jemanden über meine Gefühle sprechen kann…ohne, dass sie sie weiter erzählen…ohne, dass sie schlecht von mir denken…ohne, dass ich ausgelacht werde. Ich wünschte ich hätte Freunde, die mich nicht verlassen. Ich wünschte die ganzen schlechten Gedanken würden verschwinden. Ich wünschte ich wäre zufrieden mit mir selbst. Dadurch das mich alle verlassen haben, gab mir die Eigenschaft, dass ich mich von Leuten entferne, dass ich es liebe allein zu sein. Ich habe das Interesse verloren mit jemanden zu sprechen.

Trotzdem kommen alle zu mir mit ihren Problemen. Ich bin ein guter Zuhörer geworden und ich muntere sie auf, aber wenn ich mal Hilfe brauche, dann hilft mir niemand. Niemanden interessiert es..niemand ist für mich da. Ich wünschte, dass niemand mehr Witze über mich macht .. über meine

Taten…meinen Körper.. meine Antworten. Ich wünschte, dass mal jemand nicht

versucht mein Leben zu ruinieren. Aber entweder sage was ich fühle undmache es kaputt oder ich sage nichts und mache mich kaputt. Das Leben ist wie ein Buch. Manche Kapitel sind traurig und manche sind lustig. Aber wenn du nicht umblätterst, wirst du nicht erfahren, was das nächste Kapitel bringt. (KI.8)